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Clout- Schiessen, was ist das denn?

Clout, das klingt seltsam ungewohnt, so was hat beim KSSK noch keiner gemacht! Na ja, fast keiner, denn seit einiger Zeit haben wir Marlen in unserer Mitte und die schießt Clout. Und wie! Das macht natürlich neugierig und da zufällig auch gleich ein Turnier zur Hand war formierte sich ein Grüppchen Neugieriger die neue Kunst zu lernen.
Was man braucht? Platz, viel Platz, ein paar Fähnchen und ein sehr langes Maßband. Um den Platz kümmerte sich Tim, die Fähnchen und das Bandmaß brachte Horst mit.
So wurde letzten Samstag bei frischem Wind (knapp über der Frostgrenze) die Wiese von Bauer Karl eingemessen. Zwei gelbe Fähnchen im Abstand von 165m und davor je ein Weißes Fähnchen für die Damen im Abstand von 120m.
Das sieht dann ungefähr so aus:

 Clout Schießen

Das kleine gelbe Pünktchen vor dem Gebüsch am Horizont, das ist das Clout, das gerade noch zu erkennende weiße Fähnchen weiter vorne ist das Clout für die Damen. Da die beiden Fähnchen 45m voneinander entfernt sind erkennt man, dass der Fotograf in der Mitte des Feldes steht und keineswegs an der Schießlinie!

Erst beim Blick über die Schulter der Schützen erschließt sich die ganze, ungeheure Größe des Areals. Wie ich schon sagte: sehr viel Platz und sehr wenig Fähnchen, das ist die Herausforderung, der sich ein Clout- Schütze zu stellen hat. 

An der Startlinie

Und hier sind die sieben unerschrockenen Recken, die nicht das klamme Wetter, noch die Weite der Walstatt fürchteten:

Schützen, legt auf ... 

Von links nach rechts sind angetreten: Rainer, Horst, Marlen, Martin, Tim und Moni. Nicht im Bild, weil hinter der Kamera, ist Dirk.

Hier ahnt man schon so ungefähr wie es läuft: leichter Pfeil, voller Auszug, etwa 45° Abschusswinkel. (Probiert das nicht zu Hause, außer ihr habt eine 250m Wiese und tolerante Nachbarn). Man schießt rein ballistisch, das ist ungewohnt, vor allem wegen der für den Anfänger kaum zu kalkulierenden Wettereinflüsse. Mit der durch die hohe Parabel verbundenen langen Flugzeit von über 10s werden die leichten Holzpfeile schnell zum Spielball des Windes!

Und dann gilt es. Der Pfeil wird eingelegt und der Bogen hebt sich. Arme und Schultern spannen sich wie gewohnt, nur der steile Winkel kneift ungewohnt in die Lende. Das Auge findet in der Leere des grauen Himmels keinen Halt, nur im Augenwinkel, ganz am Rande des Gesichtsfeldes, ist als winziger Punkt das Fähnchen auszumachen. Und dann löst sich der Pfeil und fliegt. Endlos dehnen sich die Sekunden, im Zenit seiner Bahn fast dem Blick entschwunden senkt er sich doch wieder dem Boden zu und trifft.

Nicht so dicht am Clout wie ich gehofft hatte, aber dennoch musste ich lächeln. Dem Pfeil auf diese Weise die Freiheit zu schenken macht einfach Spaß.

Trotzdem konnten sich unsere Ergebnisse mehr als sehen lassen. Marlen, der einzige ‚Profi’ in der Gruppe, zeigte wie es auszusehen hat:

Marlene am Ziel

Vier von sechs Pfeilen in der Wertung, auf 120m bei böigem Wind! Da kommt Freude auf. (Bein Clout- Schiessen werden Gruppen nicht in Zoll gemessen, sondern in Yard).
Der weiße Pfeil gleich hinter dem Fähnchen ist von Moni und zeigt, dass man auch als Anfänger nicht auf Punkte verzichten muss.

Auch die Herren fanden sich schnell in die neue Technik. Es gelangen reihenweise gute Schüsse und hin und wieder auch ein richtiges „Leckerchen“. Hier zeigt Horst einen Schuss von Rainer an, mit knapp 26“ Abstand zur Fahne: Gratulation!

Horst bewundert die Treffsicherheit
 
Nach vier Stunden war allerdings selbst aus behandschuhten Fingern jegliches Gefühl gewichen. Moni blies zum Aufbruch und wir packten unser Zeug zusammen in der einhelligen Meinung: das machen wir unbedingt mal wieder!

Bilder: Dirk Vehreschild
Text: Horst Nowack