Meike Räder - Deutsche Meisterin WA Halle im DSB 2018

Deutsche Meisterschaft WA Halle 2018 in Solingen


Bild: Meike Räder

Am 3.3.2018 fanden in der Klingenhalle in Solingen die Deutschen Meisterschaften WA Halle statt.

Für das KSSK gingen an diesem Tag Meike Räder in der Klasse Recurve Damen und Stefan Kothen in der Klasse der Recurve Herren an den Start.
Unsere dritte Starterin war am Sonntag, den 4.3.2018 Annika Rennett in der Schülerklasse weiblich in ihrer ersten Saison mit dem Olypischen Recurvebogen - was an sich schon ein großer Erfolg war. Leider musste sie am Sonntag dann auch gegen die starke Konkurrenz etwas Lehrgeld bezahlen und blieb unter ihren Erwartungen und Möglichkeiten zurück.

Auch Stefan Kothen ist erst seit vergleichsweise kurzer Zeit mit dem Recurvebogen unterwegs und hatte sich mit seinem Saisonbestergebnis von 569 Ringen bei der Landesmeisterschaft für die DM qualifiziert. An dieser Stelle auch für ihn "Hut ab vor dieser Leistung!". Offenbar war der Druck bei seiner ersten DM sehr groß, so dass er im sehr starken Feld zunächst hinter seinen Möglichkeiten zurück blieb. Im 2. Durchgang zeigte er aber gegen Ende wieder seine gewohnte Stärke und kam auf den 51. Platz von 65 Teilnehmern.

Meike Räder schoss zeitgleich mit Stefan in der Damenklasse und konnte sich mit einem recht guten Ergebnis auf Platz 5 für die Finalteilnahme qualifizieren. Jeder, der Meike kennt, weiß um ihre Qualitäten im Finalschießen und deshalb war die Erwartung bei den vielen Freunden und Mitstreiterinnen aus dem RSB recht hoch. Sie war mit einem sehr guten Gefühl nach Solingen gefahren, da ihr Qualifikationsergebnis von der Landesmeisterschaft war mit 562 Ringen sehr zufriedenstellend war und auch die letzten Turniere leistungsmäßig in Ordnung waren. Am Vorabend hatte sie noch ein ausgiebiges Mentalprogramm gemacht, das ihr sehr viel Sicherheit gab. Trotz einer aufkommenden Erkältung konnte sie die Symptome einfach ignorieren und sich auf ihr Schießen konzentrieren. Die Halle in Solingen empfand sie wie ein Heimspiel, weil sie als Krefelderin dort einen Großteil der Leute kennt und sehr mag.

Bild: Eckhard Frerichs

Als feststand, dass sie sich für das Finale der besten 16 Damen qualifiziert hatte, ahnte sie, dass es ihr Tag werden könnte. Die von den Solingern, deren Organisation der DM insgesamt übrigens außerordentlich gut war, extra aufgebaute Bahn fürs Finale erinnerte Meike an das Finale beim Kings of Archery Turnier vor einigen Monaten in den Niederlanden. Dort hatte sie es hinter Lisa Unruh, der Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Brasilien auf den 3. Platz geschafft.

Im 1/8 Finale konnte sie sich gegen Nicole Reußer mit 6:2 durchsetzen. Im 1/4 Finale musste sie gegen Rabea Moschner wiederum alles geben um erneut 6:2 zu gewinnen. Danach wusste sie, dass es auch gegen Michelle Kroppen, die wenige Tage zuvor in den USA Weltmeisterin mit dem Team geworden war, gelingen könnte. Mit diesem Selbstbewusstsein und ihrer im RSB mittlerweile bekannten Nervenstärke gelang es ihr im Halbfinale, sich auch gegen Michelle Kroppen durchzusetzen - und zwar mit 6:0 - eine echte Ehre! Als die beiden im  letzten Jahr auf dem Gelände des Krefelder SSK ein paar Mal auf 70m zusammen trainiert hatten, lag Meike in den meisten Passen mehr oder weniger deutlich hinter Michelle. Aber in der Halle hatte sie mit 35 lbs einfach bessere Chancen - und diese Chance nutzte sie.

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Michelle Kroppen (li.), Meike Räder (2. v. li.), Isabel Kühl (2. v. re.), Elena Neumann (re.)

Im Goldfinale musste Meike dann gegen Isabel Kühl antreten. Ihr Ehemann und Coach Philipp musste Meike noch einmal mental "einnorden", da sich beim Einschießen herausstellte, dass die Schützinnen beim Zielvorgang durch sehr hell strahlende Spots in der abgedunkelten Halle gestört wurden. Offenbar gelang es ihm sehr gut, denn Meike nagelte im Goldfinale ordentlich "rein".

Goldfinale

Goldfinale - Bild: Eckhard Frerichs

Vielleicht lag es auch am Einmarschsong „Eye of the Tiger“ – Meikes Lieblingslied für solche Situationen, wie z.B.  dem Abiball und den Kings of Archery oder daran, dass so viele Leute auf den gut besetzten Tribünen für sie jubelten und ihr zeigten, dass sie hinter ihr standen. So fiel es ihr von Passe zu Passe leichter, ihre Pfeile einfach „ins Gold zu denken“. Als es schließlich 5:5 stand und ein Stechen ins Haus stand, wusste sie, dass sie den Pfeil in der Mitte platzieren würde. Das Jubeln in der Halle zeigte ihr dann, dass es eine 10 gewesen sein musste. Ihre Gegnerin schoss eine 9 und das bedeutete den Titel Deutsche Meisterin Halle 2018.

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Siegerehrung